
Bild: Lutz Mache | CC
Heute morgen habe ich mein Ticket zurück nach Deutschland gebucht. Am Sonntag, den 19.12. werde ich Århus verlassen, dann habe ich exakt 144 Tage im Ausland verbracht. Mit dem heutigen Tag sind es dann 99.
Ein Bergfest habe ich nicht gefeiert, aus zweierlei Gründen: 1.) Ich habe es nicht einmal mitbekommen und 2.) Ich will hier eigentlich gar nicht weg. Århus ist mein zuhause geworden, hier habe ich (neue) Freunde (keine Sorge an all die “alten” – ein Gruß an dieser Stelle!) gewonnen, hier habe ich es mir gemütlich gemacht, hier ist mein derzeitiger Lebensmittelpunkt. Es gibt wahrhaftig nur ein einziges Problem: das liebe Geld. Der ganze Spaß hier hat mehr gekostet als gedacht, daher bin ich finanziell auch froh, wenn ich wieder in Berlin bin.
Dennoch hier ein kurzer 100-Tage-Gesamteindruck, den ich in den nächsten Tag einzeln noch näher beschreiben möchte:
Zimmer – Was braucht mensch mehr? Ein Zimmer mit Schreibtisch, Bett, Regal und Kleiderschrank, dazu eine eigene kleine Naßzelle. Ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt, hatte bei einem Blitzbesuch in Berlin schon Probleme mich in der alten Wohnung zurechtzufinden. Mit der Straße habe ich mich mittlerweile auch arrangiert, wenn ich nur spät genug ins Bett gehe, fahren keine Autos mehr und ich kann “in Ruhe” einschlafen.
Mitbewohner – Die ersten (Fie, Mads und Karen) musste ich bereits leider verabschieden – bei der Zahl an Mitbewohnern bleibt Fluktuation nicht aus. Ich habe mich aber schnell mit allen angefreundet, diverse Festlichkeiten sind dafür bestens geeignet. Jeden Dienstag wird gemeinsam gekocht, d.h. 2 kochen und der Rest muss danach abwaschen. Spannende Einblicke in verschiedene Esskulturen garantiert!
Uni – Anstrengender als gedacht. Drei Seminare absolviere ich hier, ein Pflichtseminar über das dänische, respektive skandinavische System, ein Seminar zum Thema Politikverdrossenheit und ein Seminar zum Thema “Blame Avoidance” (ich hab bis jetzt noch keine ansprechende deutsche Übersetzung gefunden, liefere ich nach!). Alle Seminare sind erstklassig und qualitativ sehr wertvoll. Ideale Bedingungen, was sowohl Seminargröße als auch Ausstattung sowie Lehrpersonal betrifft. Dazu später mehr.
Freizeitgestaltung – Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass hier nicht mitunter ausschweifende Festivitäten stattfinden. Ich habe selbstverständlich viel Spaß, erstaunlich viele Themen- und Kostümpartys, aber auch dazu später mehr.
Erkenntnisgewinn(e) – Mehr als ausreichend. Menschlich, kulturell, sprachlich, etc. war es bisher eine einmalige Erfahrung. Das hätte ich so nicht erwartet.
Ich würde gern länger bleiben, aber das Geld als auch mein Studium machen mir organisatorisch einen Strich durch die Rechnung. Deshalb, auf die letzten 45!